Worin liegen die Unterschiede zwischen MIG und MAG Schweißen?

By | 21. April 2020

Innerhalb des Schutzgasschweißens haben sich die beiden Varianten MIG und MAG klar durchgesetzt. Beide Verfahren fallen zur Oberkategorie der Schmelzschweißverfahren und zeichnen sich im Wesentlichen durch den Lichtbogen aus.

Beide Arten haben klare Unterschiede, doch es gibt auch Ähnlichkeiten. Zum einen wird der Lichtbogen offen eingesetzt. Zudem arbeiten Schweißer bei beiden Verfahren in einer geschützten Atmosphäre. Dies wird durch die Verwendung von Schutzgasen erreicht. Hier gibt es einige Unterschiede hinsichtlich der Gemische.

MIG MAG Schweißen

So gibt es Situationen, in denen es zum Zusammenspiel zwischen Argon und CO2 kommt, aber auch Helium und Stickstoff sind möglich. Sowohl das MIG, als auch das MAG Schweißen sind teilmechanisch und fallen unter das Metallschutzgasschweißen. Nachfolgend dreht sich alles um die Unterschiede, sowie die weiteren Fakten der beiden Verfahren.

Entweder mit inerten oder mit reaktionsfreudigen Gasen

Wer sich mit Metallschutzgasschweißen auseinandersetzt, trifft recht schnell auf die Begriffe inerte und reaktionsfreudige Gase. Der Begriff inert beschreibt Gase, die mit der entstehenden Schmelze keinerlei Reaktion eingehen.

Demgegenüber stehen die reaktionsfreudigen Gase. Wie der Name es schon erahnen lässt, sind diese Gase einer chemischen Reaktion freundlich gesinnt. Während das Metall-Inertgasschweißen also auf reaktionsträge Gase setzt, geht das angewandte Metall- Aktivgasschweißen sehr wohl chemische Reaktionen ein.

Das sind auch die ganz grundsätzlichen Unterschiede dieser beiden Verfahren. Beide Verfahren haben den Vorteil, dass sie für den Großteil der Werkstoffe problemlos geeignet sind.

Die Unterschiede der beiden Verfahren hinsichtlich der Gase

Das Funktionsprinzip bei MIG und MAG Schweißen sind gleich. Der große Unterschied ist jedoch bei den Gasen auszumachen. Beim Metall-Aktivgasschweißen brennt der Lichtbogen zwischen der Elektrode und dem Werkstück. Das ist beim MIG Verfahren identisch.

MIG-Schweißen

MIG-Schweißverfahren

Während beim MIG das eingesetzte Schutzgas jedoch aus einem Gemisch besteht, ist dies beim MAG Schweißen anders. Hier wird in den meisten Situationen Argon als einziger Stoff verwendet.

Aufgrund dieser Unterschiede wird das MIG Schweißen eher bei NE-Metallen wie Aluminium genutzt. Das MAG Schweißen dagegen kommt eher in der Stahlbranche zum Einsatz.

In diesen Situationen kommt das jeweilige Verfahren zum Einsatz

Vielfach fragen sich Anwender, welches der beiden Verfahren in welcher Situation besser ist. Nun, die pauschale Antwort gibt es nicht. Der Großteil der Schweißer entscheidet sich bei dieser Angelegenheit aufgrund der zu schweißenden Werkstücke für ein Verfahren.

Beide Methoden sind bewährt und gelten als moderne Lösung innerhalb der Schweißverfahren. Wenngleich die beiden Verfahren sich schon ähneln, so hat auch das WIG Schweißen eine gewisse Ähnlichkeit.

Vielfach machen Neuling den Fehler und verwechseln das MIG und MAG Schweißen miteinander. Zudem gilt es innerhalb der Lichtbögen zu unterscheiden. So gibt es Modelle mit Kurzlichtbogen. Diese eignen sich jedoch eher für das Schweißen in schwierigen Positionen. Ansonsten gilt es noch zwischen den folgenden Lichtbögen zu unterscheiden:

  • Langlichtbogen
  • Impulslichtbogen
  • Sprühlichtbogen

Diese Vorteile bietet das MAG Schweißen

Wer sich unsicher ist und sich nicht entscheiden kann, der sollte sich mit den Vorteilen beschäftigen. Gegenüber anderen Schweißverfahren entsteht beim MAG Schweißen keine Schlacke.

MAG-Schweißen

MAG-Schweißverfahren

Doch das ist nicht alles, denn die entstehende Schweißnaht erhält beim MAG Schweißen Schutz vor einer möglichen Oxidation. Weiterhin ist die Arbeitsgeschwindigkeit auf einem ansprechenden Niveau und zusätzlich ist der Wärmeeinfluss sehr viel geringer.

Nicht zuletzt eignet sich das MAG Schweißen für alle erdenklichen Positionen, weshalb es auch als universell einsetzbare Methode gilt.

Diese Vorteile bietet das MIG Schweißen

Gegenüber vielen anderen Schweißverfahren entsteht keine Schlacke und das Schutzgas schützt die Naht vor einer chemischen Reaktion. Da die Arbeitsgeschwindigkeit vergleichsweise hoch ist, fällt die Wärmeeinwirkung auf das zu schweißende Werkstück deutlich sparsamer aus.

Weitere Vorteile des MIG Schweißens bestehen darin, dass es nur zu geringfügigen Verformungen kommt und die Schweißnaht eine exzellente Qualität aufweist. Nicht zuletzt punktet das MIG Schweißen ist seiner Festigkeit, wodurch die Nacharbeit deutlich kürzer ausfällt.